Vom Esstisch zur Wichtelwiesenwelt

27. August 2026

Animeszene der Wichtelwiesenwelt mit erwachsener Frau, mehreren Kinderfiguren, Wichtel, Stier, Schnecke, Frosch und riesigen Sonnenblumen.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

Vom Esstisch zur Bilderwelt

Manchmal entstehen neue Projekte bei mir nicht am Schreibtisch und auch nicht aus einem großen Plan heraus.

Manchmal beginnen sie einfach auf dem Esstisch.

Zunächst stand dort noch ein Wochenkalender und zwei Sommerwichtel.

Die Wichtel bringt übrigens mein Mann ins Haus. Ich selbst bin eher zurückhaltend, was Rumsteherchen betrifft – nur scheinen sich seine kleinen Kerle davon wenig beeindrucken zu lassen. Inzwischen sind es gut ein Dutzend. Ich lebe damit. Wie ich damit lebe, lässt sich übrigens hier nachlesen: Waldwichtel – Fotoprojekt 2020, Teil 1.

Dann brachte er auch noch einen grünen Pilz mit. Der rosa Wichtel zog irgendwann zum Frühlingswichtel weiter, und übrig blieben der grüne Pilz und der grüne Wichtel.

Damit war schon eine erste kleine Szene entstanden.

Irgendwann bekam ich Lust, daraus mehr zu machen. Also holte ich meine umfangreiche Plastiktiersammlung hervor, die ich sonst für Tieraufstellungen in meiner Supervisionspraxis nutze, und ließ Stephan Tiere aussuchen. So kamen der kleine grüne Frosch und die Schnecke dazu.

Ab da begann sich der Esstisch langsam zu verwandeln.

Als Nächstes brachte ich von einem Spaziergang Kornähren und einen Fallapfel mit. Wieder so Dinge, die für sich genommen erst einmal einfach nur mitgebracht sind – und zusammen plötzlich nach Spätsommer, Ernte und draußen aussehen.

Dann kam noch der Stier dazu. Den habe ich aus einer Verschenkekiste aus der Nachbarschaft. Auch so ein Fundstück, das erst einmal einfach mitgenommen wird und dann später ganz selbstverständlich seinen Platz in einer kleinen Welt findet.

Zum Schluss stellte ich noch zwei Sonnenblumen in einem Krug dazu.

Spätsommerliche Tischdekoration mit grünem Wichtel, Pilz, Frosch, Stier, Schnecke, Kornähren und Sonnenblumen.

Damit war die Tischdekoration eigentlich komplett.

Oder vielleicht besser gesagt: Damit war sie an dem Punkt angekommen, an dem ich merkte, dass sie mehr ist als nur Deko.

Denn inzwischen hatte sich auf unserem Esstisch etwas gesammelt, das ich selbst beim Entstehen kaum geplant hatte: eine kleine Szene, ein Monatsbild, fast so etwas wie ein improvisierter Monatstisch. Nicht streng inszeniert, nicht nach einem festen Konzept – eher gewachsen. Aus Mitbringseln, Fundstücken, Lieblingsdingen und Zufällen.

Und genau das mag ich daran so.

Es ist kein perfekt durchgestyltes Arrangement, sondern etwas, das sich nach und nach zusammenfindet. Ein Tischbild, das vom Alltag erzählt und gleichzeitig schon ein wenig in eine andere Welt hinüberragt.

Als sich nun der Monat August dem Ende zuneigt und die Sonnenblumen auch schon ihrem eigenen Ende entgegengehen, habe ich Fotos gemacht. Da war schon klar: Daraus wird mehr.

Daraus wird eine neue Bilderwelt.

Nicht einfach nur ein Foto der Tischdeko, sondern eine Weitererzählung. Eine fantastische Szene, in der der grüne Wichtel, der Pilz, der Frosch, die Schnecke, der Stier, die Kornähren, der Apfel und die Sonnenblumen noch einmal anders auftauchen. Verwandelt, vergrößert, in eine neue Bildsprache übersetzt.

Und schnell war auch klar: In dieser Welt möchte ich selbst unterwegs sein.

So wurde aus der Tischdeko erst eine kleine Fantasiewelt und später sogar ein Animebild mit mir selbst.

Mich fasziniert daran, wie sich etwas ganz Alltägliches verwandeln kann. Wie Dinge, die zunächst einfach nur auf dem Esstisch landen, mit der Zeit zusammengehören. Wie aus einem dekorierten Tisch ein Bildraum wird. Und wie daraus wiederum eine neue Idee entsteht.

Denn gerade jetzt entsteht schon die nächste Tischdekoration.

Und ich ahne: Das war vielleicht nicht nur eine einmalige Idee, sondern der Anfang eines kleinen neuen Monatsprojekts.

Ein Monatstisch auf meine Art.

Mit dem, was sich findet, was mitgebracht wird, was gerade passt – und mit der Frage, welche Bilderwelt daraus als Nächstes wachsen möchte.

Die Welt nimmt Gestalt an

Der erste KI-Entwurf war sofort eine ganze Welt – üppig, märchenhaft, voller Licht, kleiner Häuser und Details. Schön, aber für das, was ich vorhatte, auch ziemlich voll.

Erster KI-Entwurf einer üppigen Fantasiewelt mit Sonnenblumen, Pilzhaus, Wichtel, Stier, Frosch, Schnecke, Apfel und Getreide.

Also begann das Nachsteuern: weniger Glitzer, weniger Kleinkram, mehr Ruhe. Es ging mir dabei nicht nur darum, eine bessere Kulisse für die nächsten Schritte zu bekommen. Ich wollte das Bild auch stärker in Richtung meines eigenen Geschmacks bringen. Weniger verspielt, weniger überladen, klarer und schlichter.

Reduzierte Fantasielandschaft mit riesigen Sonnenblumen, grünem Pilzhaus, Wichtel, Stier, Frosch und Schnecke.

Nicht jeder Zwischenschritt muss hier gezeigt werden. Wichtig war für mich der Weg von einer üppigen KI-Fantasie hin zu einer Bilderwelt, in der ich mich selbst eher wiederfinden konnte – und in der später auch noch ich selbst Platz haben konnte.

Die Kinder und ich ziehen ein

Damit war die Kulisse da.

Der nächste Schritt war für mich eigentlich schon früh klar: Ich wollte nicht nur irgendeine Figur durch diese Welt schicken, sondern selbst darin auftauchen. Und nicht allein.

Also kamen die Kinder-Ichs dazu, mit denen ich in diesem Jahr schon mehrfach gearbeitet habe. Verschiedene Altersstufen von mir selbst, zusammengesucht aus alten Fotos, freigestellt und in die neue Landschaft gesetzt.

Damit entstand zunächst eine Collage, in der wirklich meine eigenen Fotos die Figuren bilden. Genau das mochte ich: verschiedene Zeiten meines Lebens gemeinsam in dieser erfundenen Landschaft unterwegs zu sehen.

antasielandschaft mit erwachsener Frau und mehreren Kinderfiguren zwischen Wichtel, Stier, Schnecke, Frosch und riesigen Sonnenblumen.

Ich mochte besonders diese Verschiebung der Größenverhältnisse: Wir Menschen wurden klein, die Sonnenblumen riesig, der Pilz zur Behausung und die kleine Schnecke fast zu einem eigenen Landschaftswesen.

Noch einmal verwandelt

Und dann kam noch ein letzter Schritt: Aus der Collage wurde eine Animeszene.

nimeszene der Wichtelwiesenwelt mit erwachsener Frau, mehreren Kinderfiguren, Wichtel, Stier, Schnecke, Frosch und riesigen Sonnenblumen.

Erst hier begann die KI, die Figuren stärker zu verändern. Und ja: Ich bin mal wieder eine jüngere Version meiner selbst geworden. Aus einer kleinen Sie wurde sogar ein kleiner Er. Ich habe ihn einfach gelassen.

Dafür entstand eine andere Figur, die ich sofort mochte: das Mädchen im roten Kleid. Ich liebe sie.

Gerade diese Veränderungen finde ich spannend. Die Ausgangsszene bleibt erkennbar, aber die Bildsprache macht noch einmal etwas Eigenes daraus. Die Figuren werden weicher und erzählerischer, die ganze Landschaft rückt weiter ins Fantastische.

So führte der Weg vom Esstisch über die Kulisse und die Fotocollage bis zu einer Animeszene, in der sich Vertrautes und Erfundenes immer weiter miteinander vermischen.

Und jetzt?

Damit wäre diese kleine Wichtelwiesenwelt eigentlich fertig.

Eigentlich.

Denn während ich diesen Beitrag schreibe, verändert sich unser Esstisch schon wieder. Die Sonnenblumen sind verschwunden, anderes kommt dazu, neue Dinge bleiben liegen, werden hingestellt oder mitgebracht.

Und ich merke, dass mir genau dieser Prozess gefällt: nicht am Monatsanfang ein Thema festzulegen und dann passend zu dekorieren, sondern zu beobachten, was sich im Laufe der Zeit wie von selbst versammelt.

Vielleicht wird daraus tatsächlich ein kleines neues Monatsprojekt.

Ein Tischbild, das entstehen darf, ohne vorher schon zu wissen, was es werden soll. Und irgendwann der Moment, an dem ich es fotografiere und frage:

Welche Welt steckt diesmal darin?

Und wie ist das bei dir?

Dekorierst du deinen Esstisch oder einen anderen Platz in deiner Wohnung auch immer wieder neu? Entsteht das ganz bewusst – oder sammelt sich bei dir ebenfalls manchmal etwas zusammen, das irgendwann plötzlich wie eine kleine eigene Welt aussieht?

Herzlichst, Silke

 

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