Silke hat mehr als einen Vogel – die Tauben

5. April 2026

Graue tote Taube als Symbol für Trauer und Verlust in einer künstlerischen Collage von 2025

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

Ich war überzeugt, in meiner künstlerischen Arbeit keine Tauben zu finden.
Sie gehörten nicht zu meinen Motiven. Nicht zu meinen Bildern.

Und dann gibt es sie doch!

Die wohl erste findet sich auf einem Affirmationskärtchen.

Affirmationskärtchen „Der Vulkan“ aus dem Jahr 2020

Weiße Taube in einem expressiven Vulkanbild von 2020, umgeben von leuchtenden Farben und eruptiver Bewegung

Dieses kleines Kärtchen im Format einer Visitenkarte zeigt einen Vulkanausbruch in voller Bewegung.

Für sogenannte Affirmationskärtchen arbeite ich auf einem zufällig entstandenen Malgrund, suche
darin nach Formen, Figuren und Andeutungen und lasse sie Schritt für Schritt hervortreten.

Aus der Bildmitte fließt ein Strom aus Lava und Energie steigt nach oben, fast wie ein leuchtender Riss, der sich durch das Bild zieht.

Links erscheint ein drachenähnliches Wesen – wachsam, fast herausfordernd, aus seinen Nüstern steigt Rauch auf.
Rechts sitzt ein taubenartiger, heller Vogel, ruhiger, in sich gekehrt, fast wie ein Gegenpol.

Zwischen beiden Figuren spannt sich ein unsichtbares Feld:
Kraft und Ruhe, Hitze und Stille, Bedrohung und Friedlichkeit.

Es ist kein harmonisches Gleichgewicht, sondern ein spannungsvolles Nebeneinander.

Und doch ist sie da: meine erste Taube.
Ganz nebenbei entstanden, nicht geplant.

Der Affirmationstext auf der Rückseite hat übrigens rein gar nichts mit der Taube oder der Aussage des Bildes zu tun.

Die nächste Taube dann, ist Teil einer Collage.

Die KI-Collage auf meiner #farbkreisreise 2025 – Orange

Graue tote Taube als Symbol für Trauer und Verlust in einer künstlerischen Collage von 2025

Diese Collage in Orange im Monat Januar ist von persönlichen Erfahrungen mit Trauer inspiriert. Sie verbindet den Verlust eines sympathischen Menschen, den ich beruflich kannte, mit dem schmerzhaften Moment, eine schwerverletzte Taube im Wald zurücklassen zu müssen. Die Collage vereint diese Emotionen in einer Komposition aus Farbe, Kontrasten und Symbolik.

Die Taube ist hier kein abstraktes Zeichen.
Sie ist konkret. Verletzt. Sterbend.

Ich habe sie nicht aufgenommen.
Ich habe sie zurückgelassen.

Diese Erfahrung steht hinter dem Bild.

Und dann taucht die Taube in einem ganz anderen Zusammenhang wieder auf –
als Motiv für eine Konfirmationskarte.

 

Kartenmotive zu einer Konfirmation 2025

Anlässlich einer Konfirmation probierte ich zwei Varianten aus.

Die Taube über der Krippe wurde von Canva kreiert. Ich finde die Taube recht schön, allerdings im Zusammenhang mit dem Kind in der Krippe eher kitschig, sie würde sich wohl eher zur Taufe eignen. 

Weiße Taube mit Zweig über einem schlafenden Baby in einer Krippe, symbolisch für Frieden und Schutz

Schließlich wurde es diese Karte.

Zuerst ließ ich die KI ein Blumenmandala aus realen Blumen entwickeln. Dann fügte ich die Taube als KI-Element ein, ebenso den kleinen Fisch mit Herz. So treffen in diesem Bild verschiedene Zeichen aufeinander.

Die Taube ist in diesem Zusammenhang kein zufälliges Motiv.
Sie steht im Christentum für den Heiligen Geist – für etwas, das sich nicht festhalten lässt und doch wirkt.

In der biblischen Erzählung erscheint dieser Geist in Gestalt einer Taube: leise, ohne Aufsehen, und doch nicht ohne Wirkung.
So wird sie zu einem Bild für Frieden, Begleitung und eine Gegenwart, die sich einstellt.

Gerade im Kontext der Konfirmation, in der es um Bestärkung und einen eigenen Zugang zum Glauben geht, bekommt dieses Zeichen eine besondere Bedeutung.

Der kleine Fisch verweist daneben auf Zugehörigkeit und Gemeinschaft.

So stehen beide nebeneinander:
die Taube für das, was sich zeigt und berührt,
der Fisch für das, was trägt.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

Vielleicht sind mir Tauben deshalb so lange nicht aufgefallen, weil sie so nah sind.
Zu nah, um besonders zu wirken.

Ich kenne sie aus dem Alltag – auf Dächern, im Garten, im Baum.
Ihr Gurren gehört dazu, oft eher Hintergrund als Ereignis.
Sie sitzen da, bewegen sich kaum, und sind doch immer präsent.

Manchmal sehe ich sie erst, wenn sie auffliegen.
Oder wenn sie sich in diesem vor- und zurückwippenden Gang bewegen.

Keine seltenen Vögel, keine, nach denen ich gesucht hätte.

Und doch tauchen sie in meinen Bildern auf.
Leise. Unterschiedlich. Nicht eindeutig.

Vielleicht nicht als bewusst gewähltes Motiv –
aber als etwas, das sich immer wieder zeigt.

Vielleicht kennst du das auch:
diese Vögel, die einfach da sind,
deren Geräusche vertraut sind,
ohne dass man ihnen lange Aufmerksamkeit schenkt.

Und dann, irgendwann, siehst du sie doch.

Wenn du magst: Weitere Beiträge aus der Reihe „Silke hat mehr als einen Vogel“ findest du in der Kategorie: Rückblick Vögel.

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