Silke hat mehr als einen Vogel – die schwarzen Vögel

12. Mai 2026

Amselprinzessin als Gliederpuppe im Nest aus Zweigen und Efeu, begleitet von drei schwarzen amselartigen Vögeln.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

Nach den Eulen, Geiern, Tauben und weißen Vögeln kommen nun die schwarzen Vögel.

Nicht alle lassen sich eindeutig bestimmen.
Manche wirken rabenartig: Krähe, Dohle, Rabe.
Andere eher amselartig.

Und anders als Geier oder manche meiner weißen Vögel gehören sie zu meinem Alltag.

Ich begegne ihnen jeden Tag.
Im Garten.
Im Wald.
Auf Wegen, Zäunen, Ästen.

Vielleicht tauchen sie deshalb auch in meinen Arbeiten auf.
Nicht als exotische Erscheinung, sondern als vertraute Gegenüber.

Trotzdem bleibt die genaue Art manchmal offen.
Entscheidend ist, wie sie erscheinen:
dunkel, wach, manchmal still beobachtend, manchmal wie eine Botschaft.

Ich bleibe deshalb chronologisch.
Nicht nach Vogelart sortiert, sondern nach ihrem Auftauchen in meinen Arbeiten.

Ich beginne dort, wo bei mir so oft etwas beginnt:
im Wald.

Nicht mit einem geplanten Vogelbild, sondern mit einem Fundstück.

Schwarzer Vogel im Projekt #malenimwald (74/100)

Dieser erste schwarze Vogel stammt aus dem Jahr 2021.
Am Anfang stand ein Fundstück im Wald: ein Stück Holz im nassen Boden.Stück Holz im matschigen Waldboden mit nassen Blättern und Gräsern, fotografiert im Wald, 2021.

Später habe ich das Bild übermalt
und das sichtbar gemacht, was ich darin gesehen habe:Digital überarbeitetes Waldfoto mit schwarzem Vogel, langem gelbem Schnabel und angedeutetem Gesicht, Serie #malenimwald, 2021.Das war vor allem ein Gesicht.

Daneben setzte ich den schwarzen Vogel – amselartig mit gelben Schnabel und gelben Füssen –
wach, etwas keck und rätselhaft.

So entstehen die Bilder aus #malenimwald:
erst das Gefundene,
dann das, was sich darin zeigt.

Vom Wald wandert der schwarze Vogel ins nächste Jahr.

Dort sitzt er nicht mehr in einem gefundenen Bild, sondern in einer Collage, die mich durch 2023 begleiten sollte.

Schwarzer Vogel im Visionboard 2023

Dieser rabenartige schwarze Vogel sitzt in meinem Visionboard für 2023.

Neben ihm stehen Sätze, die beruhigen sollen:

Unerwartetes meistern.
Alles wird gut.Collage aus dem Visionboard 2023 mit rabenartigem schwarzem Vogel, Eichhörnchen, Waldmotiv und den Worten „Unerwartetes meistern“ und „Alles wird gut“.Und doch wirkt der Vogel nicht beruhigend.

Er sitzt da.
Still.
Wach.
Ein bisschen abwartend.

Denn „Alles wird gut“ heißt ja nicht,
dass nichts Unvorhergesehenes passiert.

Es heißt eher:
Ich werde sehen, was kommt.
Und dann weitergehen.

Danach verändert sich die Stimmung.

Der schwarze Vogel bleibt nicht mehr der abwartende Beobachter am Rand.
Er rückt näher an die Figur heran.

Die Amselprinzessin

aus: #ES – die vielbegabte Gliederpuppe, 81/100, März 2024

In diesem Bild ist die Gliederpuppe zur Amselprinzessin geworden.Gliederpuppe als Amselprinzessin mit Krone im Nest aus Zweigen und Efeu, umgeben von drei Amseln, Serie #ES, März 2024.Sie sitzt wie in einem Nest aus Zweigen, umgeben von Efeu, mit einer Krone auf dem Kopf und geschlossenen Augen. Drei Amseln sind bei ihr – zwei dunkel glänzende mit gelbem Schnabel und eine braunere, zartere. Sie wirken nicht wie Beiwerk, sondern wie Begleiterinnen.

An diesem Bild mag ich die stille Würde. Nichts daran ist laut. Und doch hat diese Figur etwas Königliches. Nicht, weil sie herrscht – sondern weil sie ganz bei sich ist.

Die Amselprinzessin gehört für mich in die Reihe der schwarzen Vögel. Hier erscheinen sie nicht bedrohlich, sondern wach, nah und fast schützend.

Im selben Jahr kehre ich noch einmal in den Wald zurück.

Wieder ist da etwas Schwarzes im Material.
Wieder sehe ich einen Vogel.

Diesmal keinen amselartigen Begleiter, sondern einen Rabenvogel.

Rabe im Projekt #malenimwald 2.1

Im März 2024 wollte ich #malenimwald wieder aufleben lassen.

Unter dem Moos schaute schwarzes, gesplittertes Holz hervor.
Für mich sah es aus wie ein Rabenflügel.Moosbewachsener Waldboden mit schwarzem, gesplittertem Holz, das an einen Rabenflügel erinnert, Projekt #malenimwald 2.1, 2024.Diesmal habe ich nicht direkt gemalt.
Ich habe einen Raben als Canva-Element darübergelegt.Schwarzer Rabe als Canva-Element über moosbewachsenem Waldboden mit Holzsplittern, Projekt #malenimwald 2.1, 2024.Vielleicht ist es kein genauer Vogel.
Aber für dieses Bild ist er einer:

ein schwarzer Rabenvogel,
entstanden aus Moos, Holzsplittern
und meinem Blick darauf.

Mit der nächsten Collage wird der schwarze Vogel schwerer.

Er steht nicht mehr für Spiel, Fund oder Begleitung.
Er sitzt in einem Bild, das aus Trauer entstanden ist.

Die KI-Collage auf meiner #farbkreisreise 2025 – Orange

Der schwarze Vogel in der orangefarbenen Trauer-CollageOrangefarbene KI-Collage zur Trauer mit Frau, betendem Kind, verletzter Taube am Boden und schwarzem Vogel auf einem Stein.In meinem Beitrag über die Tauben stand in dieser Collage die Taube im Mittelpunkt.

Sie war konkret.
Verletzt.
Sterbend.

Der schwarze Vogel war damals eher am Rand.
Anwesend, aber nicht die Hauptfigur.

Jetzt sehe ich ihn anders.

Er sitzt erhöht.
Auf einem Stein.
Neben der Szene, aber nicht außerhalb davon.

Er wirkt nicht tröstlich.
Nicht weich.
Nicht friedlich.

Eher wach.
Zeugenschaftlich.

Vielleicht ist er der Vogel, der bleibt, wenn nichts mehr zu retten ist.

Nicht als Bedrohung.
Nicht als schlechtes Zeichen.

Sondern als dunkler Gegenpart zur Taube.

Die Taube lag am Boden.
Der schwarze Vogel sitzt oben.

Zwischen beiden liegt dieser Moment, in dem ich nichts mehr tun konnte.

Vom stillen Zeugen wird der schwarze Vogel im nächsten Bild zur Bedrohung.

Nicht einer.
Viele.

Mandala 33/50 – Käfig oder Schutz? (18.03.2025)

In diesem Mandala tauchen die schwarzen Vögel bedrohlich auf.Mandala mit entsetztem Gesicht in der Mitte, umgeben von schwarzen Vögeln mit roten Augen und einem gitterartigen Muster.Sie kreisen um ein entsetztes Gesicht, bedrängen, greifen an, zerren.
Gleichzeitig sind auch sie selbst in einem Muster gefangen, das Schutzraum oder Käfig sein kann.

Der ausführliche Beitrag zu diesem Mandala ist hier verlinkt:
👉 Mandala 33/50 – Käfig oder Schutz?

Danach taucht der schwarze Vogel noch einmal anders auf.

Nicht als Schwarm.
Nicht als Angriff.

Sondern als einzelne dunkle Präsenz in einem scheinbar schönen Bild.

Ein ungewöhnliches Stillleben (September 2025)

Aus roten Kokardenblumen vor dem Bürgerhaus wurde mit der KI ein opulentes Stillleben.
Doch dekorativ bleibt es nicht.Opulentes KI-Stillleben mit roten Kokardenblumen, Früchten und braunem Krug; links sitzt ein schwarzer krähenartiger Vogel, unten liegt eine Schlange, oben auf einer Blüte eine schwarze Spinne.Zwischen Blüten, Früchten und Gefäß sitzt eine Krähe.
Dazu kommen eine Schlange und – fast unbemerkt – eine schwarze Witwe.

So kippt das Bild ins Unruhige:
Schönheit, Bedrohung und Vergänglichkeit liegen hier nah beieinander.

Mehr zu dieser Collage steht im Beitrag „Den Zauber des Herbstes neu erfunden, Teil 2 – mit KI“.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

So ziehen sich die schwarzen Vögel durch meine Arbeiten.

Erst als Fund im Wald.
Dann auf dem Visionboard.
Sie begleiten die Amselprinzessin.

Sie ruhen unter Moos.
Bezeugen die Trauer.
Bedrohen oder sind bedroht im Mandala.
Und zuletzt erscheinen sie als dunkle Präsenz im Stillleben.

Sie sind nicht immer dieselben.
Sie bedeuten nicht immer dasselbe.

Aber sie bringen etwas mit:
Wachheit.
Gegenwart.

Wenn du schwarzen Vögeln begegnest –
im Garten, im Wald, auf Wegen oder in Bildern –
schau ruhig einen Moment länger hin.

Nicht, weil sie ein Zeichen sein müssen.

Sondern weil sie da sind.
Wach.
Eigen.
Nicht zu übersehen.

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