Auferstanden, Teil 2: Tierkunst – Tod – Transformation

28. August 2025

Ein digital generierter Igel mit glänzenden Augen und sanft aufgerichtetem Stachelkleid sitzt in einer surrealen Umgebung aus Rissen, Blüten und Lichtpunkten. Die Stimmung ist freundlich und märchenhaft.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

⚠️ Triggerwarnung

In diesem Beitrag geht es um den Tod kleiner Tiere. Es werden Fotos toter Tiere gezeigt (z. B. verendet, überfahren, aus dem Nest gefallen) sowie KI-generierte Bilder, die aus diesen Fotos entstanden sind. Wenn du dich gerade in einer emotional verletzlichen Phase befindest oder der Anblick toter Tiere dich stark belastet, lies diesen Beitrag bitte nur, wenn du dich stabil fühlst. Die Bilder sind würdevoll, aber können durch ihre Deutlichkeit emotional herausfordernd sein. Bitte entscheide selbst, ob du weiterlesen möchtest.

Im ersten Teil der Serie Auferstanden erzählte ich vom Moment, in dem alles begann: dem Fund eines zurückgelassenen Wildschweinfells – und der Frage, was bleibt, wenn das Leben gegangen ist. Aus dieser Begegnung wuchs eine Idee. Und schließlich eine ganze Serie.

Auch dieser zweite Beitrag folgt den Spuren des Todes kleiner Tiere – dokumentiert, fotografisch festgehalten, digital verwandelt.
Die Herangehensweise bleibt dieselbe: genau hinsehen, nicht wegschauen. Und dann mit der KI Neues wagen – zwischen Ehrfurcht, Fantasie und Transformation.

Diesmal begegnen wir einer Maus, einem Vogel und einem Igel.

Sie alle wurden tot gefunden. Und sie alle kehren in irgendeiner Form wieder – als Bild, als Wesen, als Frage an uns.

👉 Falls du Teil 1 – Vom Wildschweinfell zur digitalen Metamorphose noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier: Auferstanden, Teil 1: Tierkunst – Tod – Verwandlung

Die Spitzmaus (Fundort: im Garten)

Eine tote Maus liegt eingerollt auf nackter Erde, umgeben von trockenen Blättern. Ihr braungrau getigertes Fell ist noch intakt, die Schnurrhaare sichtbar, das Ohr leicht angeknickt. Die Szene wirkt ruhig und unaufgeregt, aber deutlich tot.

Ein zarter, matter Fellkörper. Die Ohren fein gezeichnet, der Körper noch weich, das Fell leicht aufgestellt.
So fand ich sie: gebettet auf der Erde, fast schon Teil davon.

Ich wusste: Dieses Tier will ich nicht einfach liegen lassen, nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen. Ich fotografierte es – mit Respekt. Und dann begann die digitale Auferstehung.

Mithilfe eines KI-Bildgenerators (der mit dem Originalfoto gefüttert wurde) entstanden neue Bilder. Die Maus – nicht die gleiche, aber von ihr inspiriert – sitzt nun wieder aufrecht, lebendig, auf der gleichen Erde. Zwischen Laubblättern, in Licht getaucht, mit wachem Blick.
Sie ist zurückgekehrt – als Bild, als Wesen, als Erinnerung.

Die „auferstandenen“ Mauswesen – Varianten aus der KI

Gedanken zur Transformation

Was bedeutet es, einem toten Tier auf diese Weise eine zweite Existenz zu schenken?
Ist es Trost? Spielerei? Eine Form von Würdigung?

Vielleicht ist es all das – und mehr.
Ich empfinde diese Arbeit als stillen Dialog mit dem Tod, aber auch mit der Schönheit des Lebens.
Die KI hilft mir, Formen zu finden, die ich mit Stift oder Pinsel nicht so schnell erreicht hätte. Aber das Ursprungsbild – der Tod – bleibt immer Teil des Prozesses.

Der Jungvogel (Fundort: im Garten, unter dem Efeu)

Ein toter, stark verletzter Jungvogel liegt auf Rindenmulch und Erde. Das Gefieder ist zerzaust, der Körper teilweise geöffnet, Federn hängen lose herab. Die Szene wirkt roh und traurig, der Tod sichtbar und nicht geschönt.

Er lag dort wie achtlos gefallen – halb noch Flaum, halb schon Feder.
Der Schnabel geöffnet, die Beine ausgestreckt, der Körper teils aufgerissen.
Vielleicht fiel er zu früh aus dem Nest – oder wurde zur Beute, noch bevor er fliegen konnte.
Was bleibt, ist der Moment: zu klein zum Überleben, zu spät für Hilfe.
Und doch zu viel, um einfach wegzusehen.

Ich habe ihn fotografiert – behutsam, nicht spektakulär.
Nicht, um zu zeigen, wie grausam Natur ist, sondern um etwas festzuhalten, das sonst sofort vergeht:
Das zarte, zerbrechliche Dazwischen von Leben und Tod.

Der „auferstandene“ Vogel– Varianten aus der KI

Dann kam wieder die KI.

Ein kleiner Vogel mit leuchtend schwarzem Auge, feinem Schnabel und detailliertem Federkleid sitzt auf dem Waldboden. Das Gefieder ist grau mit schwarzen und roten Akzenten. Der Blick ist lebendig und wach, die Szene wirkt ruhig und fast andächtig.

Der digital wiedererschaffene Vogel steht mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Boden. Sein Gefieder ist grau, schwarz und rot gefärbt. Er wirkt lebendig, in Bewegung, als würde er gleich auffliegen. Um ihn herum sind Äste und Blätter.
Mit ihrem digitalen Pinsel ließ ich ihn sich aufrichten: zuerst nur das Gesicht, dann den ganzen Körper, schließlich mit offenen Flügeln.
Der kleine Vogel erschien mir plötzlich kraftvoll, fast stolz.
Die roten Spuren, die im Original vom Blut stammten, blieben auch in den KI-Bildern – als farbliche Erinnerung an seine Herkunft.

Diese „Auferstehung“ ist keine Wiederbelebung.
Es ist eine Form von Gedenken.
Eine Hommage an das, was war, und an das, was möglich ist – zumindest in Bildern.

Der Igel (Fundort: Straßenrand beim Gassi gehen)

Beim Spazierengehen lag er plötzlich da.
Mitten auf der Straße – kein Körper mehr, kein Kopf, kein Leben.
Nur noch eine stachelige Hülle.
Ein schützender Panzer, der ihn nicht retten konnte.

Ein überfahrener Igel liegt plattgedrückt auf dem Asphalt. Nur das Stachelkleid ist noch erhalten, der Rest des Körpers fehlt. Die Szene wirkt traurig und beiläufig.

Ich sah ihn und spürte diese Mischung aus Trauer und Absurdität.
So viel Schutz – und doch so ausgeliefert.
Ich machte ein Foto. Aus Respekt. Und vielleicht auch, um den Moment zu halten, in dem etwas endet, ohne wirklich abgeschlossen zu sein.

Die „auferstandenen“ Igel – Varianten aus der KI

Die KI-Bilder, die daraus entstanden, erzählen eine andere Geschichte:

Ein digital generierter Igel mit glänzenden Augen und sanft aufgerichtetem Stachelkleid sitzt in einer surrealen Umgebung aus Rissen, Blüten und Lichtpunkten. Die Stimmung ist freundlich und märchenhaft.

Ein digital generierter Igel mit glänzenden Augen und sanft aufgerichtetem Stachelkleid sitzt in einer surrealen Umgebung aus Rissen, Blüten und Lichtpunkten. Die Stimmung ist freundlich und märchenhaft.

Ein digital generierter Igel mit glänzenden Augen und sanft aufgerichtetem Stachelkleid sitzt in einer surrealen Umgebung aus Rissen, Blüten und Lichtpunkten. Die Stimmung ist freundlich und märchenhaft.
Ein Wesen, das noch ganz da ist.
Mit wachen Augen, feinen Krallen, eingebettet in eine märchenhaft zerbröselnde Landschaft.
Ein Igel, der aussieht, als käme er gerade aus einem feenhaften Erdreich, voller Glimmer und zarter Blüten.
Manche Varianten wirken fast zu niedlich, zu glatt – aber vielleicht ist das auch Trost.
Eine Möglichkeit, den Tod mit einem Lächeln zu sehen, ohne ihn zu leugnen.

Aus der zerdrückten Hülle wurde wieder ein ganzes Tier.
Nicht der echte Igel. Aber ein digitales Gegenbild.
Ein zartes Ja auf das harte Nein der Straße.

Der Racheigel

Und dann, plötzlich, kam ein Impuls:
Was wäre, wenn der Igel sich rächt?Ein digital generierter, überdimensional großer Igel drückt mit seinen Vorderpfoten ein kleines rotes Auto nieder. Die Szene spielt auf einer grünen Wiese unter blauem Himmel. Das Bild wirkt wie eine Mischung aus Comic, Fantasiewesen und Symbolbild für Vergeltung oder Umkehr der Kräfteverhältnisse.

Vielleicht nicht im echten Leben – da war es zu spät.
Aber im Bild, im digitalen Raum, da kann alles möglich werden.
Da kann ein kleiner stacheliger Körper wachsen, sich aufrichten, Kraft gewinnen.
Und dann – mit wuchtigen Pranken und glänzenden Krallen – ein rotes Auto niederdrücken,
das vielleicht zu schnell war, zu unachtsam, zu tödlich.

Diese Bilder entstanden wie von selbst.
Ein Igel, groß wie ein Haus, über einem Kleinwagen, der keine Chance hat.
Fast schon Comic. Fast zu niedlich. Und doch mit einer wütenden Energie, die spürbar bleibt.

Ein umgekehrter Perspektivwechsel:
Nicht das verletzte Tier, sondern das übermächtige Wesen.
Nicht Opfer – sondern Vergeltung.

Ob er es wirklich will?
Oder ob wir ihn brauchen – den Igel, der sich wehrt.

Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!

Was bleibt also, wenn wir Tiere nicht nur betrauern, sondern sie weiterdenken?
Wenn aus einem leblosen Körper ein Fantasiewesen wird?
Wenn Schmerz, Staunen und ein wenig Spiel Raum haben dürfen – nebeneinander?

Für mich ist dieser Weg auch ein Versuch, mich dem Thema Tod anders zu nähern:
Nicht sentimental. Und nicht zynisch. Sondern mit Respekt und Neugier.
Manche der entstandenen Bilder sind tröstlich, andere irritierend, manche fast komisch.
Vielleicht, weil der Tod manchmal auch diese Zwischenräume kennt.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen zweiten Teil zu lesen.
Ich freue mich, wenn du mich auch bei Teil 3 begleitest.
Dann geht es um den Schmetterling – und die große Sehnsucht nach Leichtigkeit.

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