Vom Esstisch in die Herbstwichtelwelt
30. September 2026
Liebe*r Couchgalerie-Besucher*in!
Unser Esstisch im September
Diesmal ist unser Esstisch weniger eine kleine Szene als eine Sammlung von Dingen, die für mich zum Herbst gehören. Das liegt vermutlich daran, dass ich für diese Jahreszeit tatsächlich einiges an Dekomaterial habe: Wichtel, Kürbislaternen, Pilze und allerlei Kleinkram, der im Laufe der Jahre zusammengekommen ist.

Neu dazugekommen sind in diesem Jahr drei Stoffwichtel und ein paar Zierkürbisse. Dazu frische Fundstücke und Pflanzen: Rainfarn mit seinen kleinen gelben Knopfblüten, vertrocknete Samenstände, Gräser und andere Herbstreste aus Garten und Umgebung.
Und obwohl auf dem Foto einiges versammelt ist, sieht unser Esstisch inzwischen schon wieder deutlich leerer aus. Nur drei Zierkürbisse sind dort geblieben. Der Rest der Herbstgesellschaft hat sich längst im Haus verteilt.
Das gefällt mir daran besonders: Der Esstisch war diesmal weniger fertige Dekoration als eine Art Zwischenstation. Erst einmal alles zusammentragen, anschauen – und dann bekommt jedes Stück nach und nach seinen Platz.
Und dann beginnt die Wandlung
Meine Prompts sind meist ziemlich schlicht. Ich schreibe keine ausgefeilten Anweisungen, sondern eher das, was mir gerade als nächster Schritt durch den Kopf geht. Trotzdem ist es nicht ganz dem Zufall überlassen. Meist habe ich schon eine Idee davon, wohin sich das Bild entwickeln soll.
Beim ersten Bild war das ungefähr:
„Mach eine Art Bühnenbild. Später werde ich sie mit Figuren – also mir – bevölkern.“
Und genau so sah es dann auch aus: wie eine kleine Bühne. Alles war schon da – Pilzhaus, Kürbisse, Blumen, Herbststimmung –, die Szene wartete nur noch auf ihre Bewohner.

Doch mich störten vor allem der Holzboden und die Künstlichkeit der Szene. Also wurde der Prompt noch knapper:
„Statt Holzboden Waldboden und Moos, bitte blauen Himmel.“

Und plötzlich war es keine Bühne mehr, sondern ein Ort. Eine kleine Herbstwelt, in die man hineinspazieren könnte.
Dann fiel mir auf: Die Wichtel fehlten – und gleichzeitig war mir in der Szene immer noch zu viel los.
Also habe ich die Wichtel noch einmal extra fotografiert. Und inzwischen wusste ich auch, wie ich selbst in diese Welt hineinkomme. Mit meinem Bollerwagen.
„Das sind die Figuren. Das bin ich und mein Bollerwagen, in dem ich die Wichtel-Familie zu ihrem roten Pilzhaus transportiere. Mach das Pilzhaus größer, sodass ich nicht so klein bin.“

Da war die kleine Geschichte eigentlich schon fertig.
Ich ziehe die Wichtel-Familie mitsamt Kürbissen und Herbstkram zu ihrem Pilzhaus. Und mein Bollerwagen, der im echten Leben einfach ein ziemlich praktisches Ding ist, bekommt auf einmal eine ganz neue Aufgabe.
Das mag ich an diesem Spiel mit den Bildern: Ich gebe eine Richtung vor, aber nicht jedes Detail. Die KI füllt die Lücken – und ich entscheide dann wieder, was bleibt, was verändert werden muss und was noch fehlt.
So entsteht die Fantasiewelt nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt.
Dann kommt Anime ins Spiel
Der nächste Schritt ist inzwischen fast schon vertraut: die Anime-Version.
Ich mag diesen Wechsel, weil die Szene dadurch noch einmal eine ganz andere Stimmung bekommt. Weniger Miniaturwelt, mehr Geschichte. Fast so, als würde aus dem Bild plötzlich eine kleine Filmszene.

Und dann kommt mein ewiges Thema: Ich selbst.
Sobald ich als Figur auftauche, beginnt meist noch eine weitere Runde Nacharbeit. Nicht jünger, nicht glatter, nicht irgendeine Fantasiefrau – sondern bitte altersgemäß und mir ähnlicher.
Also wurden Gesicht, Haare und Gesamteindruck noch einmal angepasst. Über die etwas üppiger geratene Figur, die mir die KI diesmal verpasst hat, sehe ich großzügig hinweg. Man kann ja nicht an jeder Stelle gleichzeitig kämpfen. 😉
Wichtiger war mir, dass ich mich im Gesicht eher wiederfinde und nicht plötzlich als deutlich jüngere Version meiner selbst durch diese Herbstwelt spaziere.
Und weil Lotte natürlich noch fehlte, durfte sie im letzten Schritt ebenfalls mit hinein. Damit war die kleine Reisegesellschaft komplett.
Aus Herbstdeko wird eine kleine Geschichte
Am Ende ist aus meinem ziemlich gut gefüllten Esstisch doch noch eine kleine Geschichte geworden.
Ich mag genau diesen Weg inzwischen sehr. Nicht einfach: Mach mir irgendein hübsches Bild. Sondern schauen, was schon da ist, eine Idee entwickeln, etwas verändern, noch einmal hinschauen, ergänzen, verwerfen und weiterbauen.
Genau darin liegt für mich der Reiz: Am Anfang stehen ganz reale Dinge aus meinem Alltag. Ein paar Kürbisse, Wichtel, Blumen und ein Bollerwagen. Und am Ende bin ich irgendwo in einer kleinen Fantasiewelt gelandet.
Wie ist das bei dir?
Dekorierst du im Herbst auch gerne – oder bist du eher Team „drei Kürbisse reichen völlig“?
Herbstliche Grüße,
Silke
Noch mehr Herbst in der Couchgalerie
Wenn du noch ein bisschen weiter durch meine Herbstwelt stöbern möchtest, findest du hier meine weiteren Beiträge rund um diese Jahreszeit: Kategorie: Herbst
Hinweis: Für die Fantasiebilder in diesem Beitrag habe ich mit KI gearbeitet. Ich befinde mich gerade noch im Übergang zu einer einheitlichen Kennzeichnung; künftig werden meine KI-generierten Bilder entsprechend gelabelt.